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Cross-EM
2007 in Toro (Spanien)
Die Freude bei mir war gross, als ich das definitive
Aufgebot für die Cross-EM erhielt, die am 09. Dezember
in Spanien statt fand. Es war der Lohn für harte
Arbeit und es war das Pünktli ufem i, nach einer
tollen Saison, es sollte gar den Höhepunkt werden.
So traf sich die Schweizer Delegation, inklusive mir
am Freitag 07. Dezember am Flughafen in Zürich.
Von da aus ging es mit der Swiss nach Madrid und zum
Schluss eine 3-stündige Car-Fahrt, bis in Toro,
in der Provinz Castilla y León. Die Delegation
bestand aus 10 Läufern und Läuferinnen, davon
5 Junioren (Maxime Zermatten, Christoph Ryffel, Grégory
Wyss, Sullivan Bruner und ich), 3 Juniorinnen (Tiffany
Langel, Regula Wyttenbach und Jasmin Widmer), 1 U23-Läuferin
(Renate Wyss) und Stéphane Joly als einziger
Aktiver. Das Einchecken ins Hotel Maria de Molina ging
schnell über die Bühne, dann kurz umziehen
und ab zum Footing. Ein kurzes Beine vertreten war angesagt,
mehr nicht.
Beim Nachtessen bekamen wir dann unsere ersten Gegner
zu Gesicht. In denselbem Hotel wie wir, bauten auch
die Delegationen aus Rumänien und Weissrussland
ihre Lager auf. Erste Berührungsängste mit
der spanischen Kultur kamen auf, als das Essen aufgetischt
wurde: Zur Vorspeise gab es Salat(ohne Sauce, nur mit
Öl und Essig) und eine für uns Schweizer komische
Art von Lasagne, mit Hackfleisch zubereitet, das eher
an Katzenfutter erinnerte. Mit einem kurzen Besuch in
einem kleinen Café ging der Tag bei einem Cola
zu Ende.
Nicht vorbereiten konnte ich mich darauf, was als erstes
am nächsten Tag passierte. Morgens um 8 Uhr von
unserem Betreuer Ruedi Gloor geweckt, Renate Wyss und
ich sollten so schnell wie möglich auf und in die
Doping-Kontrolle, für die wir in ein anderes Hotel
fahren mussten. Die Blutentnahme ging mehr oder weniger
reibungslos über die Bühne, also ohne meine
sonst üblichen Problemchen in einer solchen Situation
?.
Eigentlich war um 10 Uhr Streckenbesichtigung mit einem
Footing geplant. Durch die Doping-Kontrolle waren wir
aber zu spät dran und verpassten den Bus zum Wettkampfgelände,
welches um die 10km entfernt war. So kam unser privater
Chauffeur, welcher uns schon zur Kontrolle kutschierte,
nochmals zum Einsatz.
Von der Strecke war ich vom ersten Blick an begeistert:
sehr schnell weil sehr flach, mit 2 wirklich ganz kleinen
Steigungen, alles auf Rasen, welcher wieder tief noch
nass war. Es erwarteten uns also ganz andere Bedingungen
als vor einem Jahr in Italien. Nicht ganz wohl fühlte
ich mich allerdings nachher beim Footing. Ich war noch
ein wenig verschlafen und generell hatte ich ein nicht
so gutes Laufgefühl. Aber ernst galt es ja zum
Glück erst am Sonntag.
Der Nachmittag galt dann der Erholung und dem Entspannen.
Dank Marzell Parpan, einem Physio des SLV, konnte ich
mich noch einer kurzen, leichten Massage unterziehen.
Der Rest des Tages ist schnell erzählt, eine kurze
Teamsitzung mit der Startnummernausgabe und der Organisation
vom Sonntag stand noch an. Dann war frühe Nachtruhe
angesagt, denn der Start von uns Junioren war schon
um 10.40 Uhr, das hiess das wir schon um 6.30Uhr Z’morge
essen mussten.
Kurz nach dem Aufwachen gingen Christoph Ryffel (mein
Zimmergenosse) und ich auf ein kurzes Footing um den
Kreislauf in Gang zu bringen, nur 5 Minuten. Nach dem
Morgenessen ging es um 8 Uhr per Bus wieder zur Wettkampfstätte.
Langsam aber sicher stieg die Anspannung. Auch meine
Motivationsphase hatte mittlerweile begonnen, ohne Kopfhörer
war ich nicht mehr anzutreffen. Ich war jedoch bis kurz
vor dem Start im Vergleich zum letzten Jahr praktisch
nicht nervös, aber dafür umso motivierter.
Dieses Mal ging es zum Glück viel besser beim
Einlaufen als tags zuvor. Ich fühlte mich gut,
motiviert und aggressiv?. Als dann meine Eltern auftauchten
war das noch ein zusätzlicher Ansporn. Die Taktik
hatte ich mir schon längst zurecht gelegt. Gleich
wie beim Quali-Wettkampf in Darmstadt (Deutschland)
wollte ich die Sache behutsam angehen. Das war an einem
Wettkampf wie diesem noch viel wichtiger, denn das Tempo,
dass von Anfang an angeschlagen wird ist enorm, die
Post geht von der ersten Sekunde an ab. Es besteht leicht
die Gefahr, dass man zu schnell startet, wie dies schon
so oft den Schweizern in den letzten Jahren passierte.
Auch unsere Betreuer warnten uns nochmals speziell davor.
Beim Startschuss war es dann auch gleich so, wie ich
angenommen hatte: es wurde von Anfang an auf’s
Gas gedrückt, ich schaffte es aber genau das zu
machen was ich mir vorgenommen hatte. Nach der ersten
Runde lag ich daher auch lediglich an 78. Stelle, jedoch
nur 3 Sekunden hinter dem führenden, was von dieser
enormen Dichte in Europa zeugt. Auch nach der 2. Runde
war ich lediglich 2 Plätze weiter vorne. Danach
begann jedoch mein Vormarsch: Ich verbesserte mich zunächst
um 10 Plätze, danach um 3 und auf der letzten Runde
nochmals um 10. Auf der letzten Runde überholte
ich auch noch auf den letzten 200m, was sonst alles
andere als meine Stärke ist. Meine Taktik ging
also auf, denn ich konnte das Tempo immer hoch halten,
ich hatte nie einen Durchhänger.
Als ich dann aber die definitive Rangierung, Platz
55, erfuhr, war ich doch etwas enttäuscht, hatte
ich doch noch ein so gutes Gefühl gehabt, ein gutes
Rennen gelaufen zu sein. Ich hätte in die erste
Ranglistenhälfte laufen wollen, um Aufnahme im
Nati-Kader zu finden. Dazu hätte ich Rang 44 (da
89 gestartet waren) benötigt, schlussendlich fehlten
mir nur 14 Sekunden. Immerhin war ich noch 2. bester
Schweizer, 13 Sekunden hinter Maxime Zermatten, der
diese Saison mit Mario Bächtiger DIE überragenden
Junioren im Mittel-/Langstreckenbereich waren. Der Abstand
auf ihn konnte ich immerhin reduzieren, hatte ich ihn
Darmstadt noch 30Sek. Rückstand, was definitiv
zu viel war! Ich kam aber zu dem Schluss, dass ich möglicherweise
doch ein wenig zu verhalten angegangen war und beim
Start doch ziemlich weit hinten war und daher viel Überholarbeit
leisten musste.
Nachdem wir ausgelaufen waren, sahen wir uns noch die
restlichen Wettkämpfe an bevor wir zurück
zum Hotel fuhren. Dort hatten wir stundenlang Zeit um
uns zu erholen, ein Mittagsschlöfli zu machen und
ein Bad zu nehmen bevor wir dann um 8 Uhr zum Bankett
fuhren und die EM ausklingen liessen.
Mit einer super Stimmung innerhalb vom Team, wenn auch
etwas müde, reisten wir am Montag zurück nach
Hause, am späten Nachmittag war die Ankunft in
Zürich.
Es war ein geniales Wochenende, ich konnte weitere
wertvolle internationale Erfahrung sammeln, hoffentlich
nicht die Letzte! An dieser Stelle ein grosses Dankeschön
an alle, die dies möglich gemacht haben, das spornt
einem an weiter zu trainieren und um noch harter an
mir zu arbeiten!!
I dem Sinn chömet guet dur de Winter und trainieret
guet und viel!?
machets guet,
Chrigi
PS: En chline Verglich: Die wo ez meinet jaja dä
isch ade Cross-EM gsi, das chamer sicher mitere SM vergliche:
Ade Cross-EM sind meh Nationä debi gsi alses im
Ski-Weltcup hät, nämlich 32!!
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